Der erste Schöpfungstag

Am Anfang schuf Gott mit seinen Worten das Licht. Gott ist also der Schöpfer allen Anfangs.

Das Erschaffen des Lichts durch Gott bedeutet, etwas aus dem Nichts hervorbringen. Menschen können aus dem Nichts aber Nichts erschaffen, das ist der Unterschied zu Gott. Gott ist also nicht nur Baumeister oder Ordner der Stoffe, sondern der Schöpfer, der aus dem Nichts etwas erschafft.

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer; und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.

Und Gott sprach: "es werde Licht; und es ward Licht.

1. Mose. Kapitel 1. Vers 1, 2, 3.

Bildbeschreibung

Die Gestalt Gottes erhebt sich im Nichts und erschafft das Licht, womit er zum ersten Mal sichtbar wird. Gott selbst hat uns seine Erscheinungsform ja mitgeteilt, da wir wissen, der Mensch wurde nach seinem Ebenbild erschaffen. Auch ist er in Menschenform im Alten Testament erschienen und im Neuen Testament ist der Sohn Gottes Mensch geworden. Und genau nach diesem Ebenbild soll uns das Bild die erhabene Gestalt Gottes anschaulich machen.

Himmel und Erde

Der Ausdruck "Himmel und Erde" ist eine hebräische Beschreibung für die Welt, das bedeutet, alles, was außer Gott noch existiert: die unsichtbare Welt, wie die Luft oder der Wind und die sichtbare Welt mit allen Lebewesen darauf. Und das alles ist Gottes Schöpfung.

Elohim

Gott ist ist die hebräische Übersetzung von "Elohim", was Gott im weitesten Sinne ganz allgemein bezeichnet. Elohim ist ein zu fürchtendes, zu achtendes Wesen ohne Beschreibung seines Wesens, also seiner Heiligkeit oder Liebe.

Elohim ist die Pluralform, also die Mehrzahl wie etwa "Götter", von "Eloah". Diese Singularform (Einzahl) findet sich oft im Buch Hiob. Die Pluralform Elohim ist zwar keine Andeutung einer "Dreieinigkeit", aber sie verstärkt den Eindruck eines allmächtigen Wesens.

Die Erde

Von der Welt im Allgemeinen geht der Bericht weiter zur Erde, die "wüst und leer" war. Eine von Allem verlassene Masse, die ungeordnet einfach nur existiert. Der Geist Gottes ist hier das Bildende, Belebende und Ordnende.

Gottes Worte

Das Sprechen Gottes ist ein allmächtiges Erschaffen und keine grammatikalischen Sätze und Wörter. Was er ausspricht, wird im selben Augenblick zur Realität. Wir Menschen sprechen über Dinge, die schon existieren, aber Gott erschafft mit seinen Worten etwas Neues, noch nie dagewesenes. Alles, was wir kennen, sind deshalb von Gott ausgesproche Worte.

Das Licht in seinen Worten ist die Grundlage allen Lebens: ohne Licht gibt es kein Leben und Wachsen von Tieren oder Pflanzen; und ohne geistiges Licht gibt es keine Intelligenz.

Quellen:

  • Bild, Umschrift und Bildbeschreibung: Carolsfeld, Julius Schnorr von. Die Bibel in Bildern, Prachtausgabe. Verlag von Georg Wigand. Leipzig, 1860.
  • Text nach: Lisco, Friedrich Gustav. Die Bibel. G. W. F. Müller's Verlag. Berlin, 1844.
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