Der Sabbat

Der siebte Schöpfungstag wird "Sabbat" genannt und spiegelt unseren Sonntag wider. Am Sabbat ruhte Gott und betrachtete seine Werke. Daher kommt auch unsere Sonntagsruhe, weshalb bspw. keine Geschäfte geöffnet haben.

Am 7. Tag ruht gott über der Welt

Und also vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte und ruhete am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er machte.

1. Mose. Kapitel 2. Vers 2.

Bildbeschreibung

Am 7. Schöpfungstag ruhte Gott zufrieden über seine Erschaffungen. Dies interpretiert der Künstler auf dem Bild, indem er Gott zeichnet in erhabener Ruhe, den Mantel dicht über die Schultern und Arme geschlagen und die Hände übereinander gelegt.

Die Erde dient Gottes Füßen als Schemel. Dunstwolken dienen ihm als Sessel. Er schaut vom Himmel herab auch seine Menschenkinder, Tiere und Pflanzen und auf die Zukunft, die vor ihnen liegt. Ganz kann er sich deshalb nicht freuen, denn er sieht, dass er schon bald eingreifen muss, um die Erde wieder in die rechte Bahn zu rücken. Dies veranschaulicht das Bild mit den ernsten Züge auf Gottes Gesicht. 

Das gesamte Heer des Himmels, nämlich Sonne, Mond und Sterne - vor allem aber die heiligen Engel - umschweben den allmächtigen Gott, bewundern und beten ihn an. Und dies sollte den Menschen als Vorbild dienen: Am Sabbat oder Sonntag ruft die Kirche jeden Christen zum Gottesdienst.

Das Heer

Mit Heer ist die zahllose Menge von Geschöpfen gemeint, die im Himmel und auf Erden existieren. Zum Heer der Himmel gehören auch die Engel. Der Ausdruck Heer deutet auf eine Menge, Ordnung, Schönheit und Dienstbarkeit hin. Vom Heer der Geschöpfe heißt Gott: Jehovah Zebaoth, das bedeutet Herr der Heerscharen.

Gott ruhte

Als Gott ruhte, hörte er auf zu schaffen. Das bedeutet, nachdem die schöpferische Tätigkeit vollendet war, konzentrierte er sich auf die erhaltende Tätigkeit. Gott wirkt dennoch ununterbrochen, solange für uns Menschen Tag und Nacht einander abwechseln.

Der 7. Tag

Auf den siebten Tag hat Gott einen Segen gelegt. Wer an diesem Tag seine Arbeit niederlegt und seine Aufmerksamkeit ganz Gott widmet, der empfängt diesen Segen: Stärkung seines Wohlgefühls und stärkere Verbindung zu den Menschen seiner Gemeinschaft. Und das ist der Zweck des Sonntags. Was wir an anderen Tagen wegen unserer Schule oder dem Beruf nur für wenige Augenblicke genießen können, wird uns am Sonntag geschenkt.

Die Zahl 7, die im Pentateuch so wichtig ist und öfter erwähnt wird, bekommt ihre Bedeutsamkeit aus der Schöpfungsgeschichte: Am siebten Tag ruhte Gott - daher sollte der siebte Tag, unter Strafe der Ausrottung, als das Zeichen des Bundes Israels mit Jehova geheiligt werden.

Die Feier des Sabbat- und Jubeljahres kommt ebenso von der Heiligkeit des siebten Tages und ist genauso eine Erinnerung an Jehova als Schöpfer.

Lehren aus der Schöpfungsgeschichte

  1. Gott sprach: "Es werde!" und es wurde: Gott ist also allmächtig. Der Mensch benötigt Zeit, Rohstoffe und Werkzeuge, um etwas zu erschaffen. Aber Gott erschuf alles aus dem Nichts.
  2. Alles, was gott gemacht hatte, war sehr gut: Gott ist allweise. Alles schuf er zur rechten Zeit. Die Tiere fanden unter sich einen trockenen Boden, über sich den Himmel und um sich herum ihre Nahrung. Er setzte alles an der richtigen Ort. Die Sonne ist der Erde nicht zu fern und nicht zu nahe. Er sorgte für die Erschaffung und Erhaltung der Geschöpfe, da er sie dazu befähigte, ihre Nahrung zu finden und sich zu vermehren.
  3. Überall verbreitete gott Leben und Freude: Er ist allgütig. In den Tiefen und in den Höhen - überall sind Geschöpfe, die sich am Leben erfreuen. Denn alle meiden den Tod und wollen um jeden Preis weiterleben.

Quellen:

  • Bild, Umschrift und Bildbeschreibung: Carolsfeld, Julius Schnorr von. Die Bibel in Bildern, Prachtausgabe. Verlag von Georg Wigand. Leipzig, 1860.
  • Text nach: Lisco, Friedrich Gustav. Die Bibel. G. W. F. Müller's Verlag. Berlin, 1844.
  • Lehren nach: Hübner. Kinder-Bibel enthaltend auserlesene Geschichten aus dem Alten und Neuen Testamente. Druckerei von Ludwig Albrecht Haller. Bern, 1824.
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